Entdeckung

Ein kleines Beispiel möchten wir Ihnen hier geben, wie man zu Funden bzw. zu einem Fundplatz kommen kann.

Im  April 2007  gab es eine Stelle in Falkensee, die für eine Dorfstelle oder Hofstelle geeignet schien.Ein Sandrücken zwischen 2 ehemaligen Bachläufen, der erste Besuch der Fläche ergab nichts , -TIPP- ( man darf aber  nie zu verbissen an die Sache rangehen. Am besten ist, sich in die damalige Zeit und Bevölkerung  zu versetzen,  sich erst einmal in aller Ruhe auf der Stelle umsehen   und auf sich wirken lassen)

Im Juni 2007  stand die besagte Fläche noch einmal auf dem Plan zur Begehung.Diesmal half der Kollege -Zufall-, da ich mit dem Fahrrad auf die Fläche fuhr und dieses dort abstellte. Beim Blick über den Sattel lag sie da, die erste Keramikscherbe aus der Slawenzeit. -Tipp- (Augen schulen, um die Steine, wie Scherben gerne genannt werden, zu erkennen). Nach und nach kamen an diesem Tag noch 3 weitere  Scherben Fragmente zum Vorschein.In den nächsten Tagen und Wochen kamen noch weitere Scherben  zu Tage und noch etwas auf einer Landkarten Kopie von 1880 gab es  genau an der Stelle, eine Ortsbezeichnung. Die Ergebnisse wurden sofort als Fundmeldung an das Brandenburgische Landesamt für Denkmalpflege übersandt. Eine Woche später kam die Antwort, Fundort war nicht bekannt. Nun ist es in der Fundkarte von Falkensee vermerkt. Der Gebietsreferent, Herr May, vom Brandenburgischen Landesdenmalamt traf sich mit mir, um die Fläche in Augenschein zu nehmen. Nach ca. 2 Std. trennten wir uns mit dem Ergebnis, das es wahrscheinlich um ein Deutsches Dorf  handelt, was sich auf eine Fläche von ca 300m erstreckte. Meine Vermessung ergab 30 m Breite und ca 70m Länge mit längs ovaler Form .

 Bei mir setzte sich jetzt eine soweit es möglich war, Forschungsaktivität ein. Im Internet kam ein Buchausschnitt mit dem Namen meines Ortes zum Vorschein. „Die Ortswüstungen des Havellandes“, von Günter Mangelsdorf. In diesem wurde die Fläche als Wüstungs- verdächtig eingestuft, konnte aber nicht untersucht werden, da es im Deutsch deutschen Grenzbereich lag. Nochmals Scherben bei der Begehung gefunden, Scherben Streuung liegt jetzt von Urgeschichte bis in die Deutsche Zeit, mit Herrn Mangelsdorf  telefoniert und Ihm erzählt das er Recht hatte mit dem Wüstungs- verdacht von diesem Ort in Falkensee was Ihn sehr freute. Als Tipp gab er mir noch auf den Weg, mich  mal in das stadtgeschichtlichen  Archiv in Spandau zu begeben. Dort wurde ich dann auch fündig. Im Brandenburgischen Ortsnamenbuch. Mein Ort wurde da 1674/75  erwähnt  1721 kam er noch einmal vor. Der Name ist ein Deutscher Flur Name. In Landkarteneinträgen gibt es 1817/35/40 und das letzte Mal wie oben erwähnt 1880. Alle Ergebnisse wieder an das Landesamt weiter geleitet.  Bis zum Sept. 2010 kamen ca. 50 Keramikscherben  und 2x Hüttenlehm zum Vorschein.Resümee, es war eine sehr spannende Angelegenheit, einen vergessenen Ort seinen Namen wieder zugeben.

Die Keramik war überwiegend Slawisch.